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"Starke Demokratie ist durch eine Politik der Bürgerbeteiligung definiert"

                              (Benjamin Barber)

Marquartstein – ein besonderer Schulort

Marquartstein hat ein – für die Größe des Ortes – einzigartiges Schulangebot: Unser kleiner Ort beherbergt das Staatliche Landschulheim und die Achental-Realschule mit jeweils ca. 700 Schülern, das pädagogische Zentrum Schloss Niedernfels mit einer privaten, staatlich anerkannten Grund- und Hauptschule, in der knapp 300 Schüler unterrichtet werden und die Grundschule am Burgberg.

Auf dieses vielfältige Angebot können wir stolz sein, andererseits bringt das auch Aufgaben und Verpflichtungen mit sich.

Ich selbst arbeite seit 25 Jahren an der Achental-Realschule, davon seit 12 Jahren in der Schulleitung  und habe im Laufe der letzten Jahre alle drei anderen Schulen als Schülervater kennengelernt.

Einige Gedanken möchte ich hier mit Ihnen teilen:

Schulwegsituation

Seit Jahren ein brennendes Thema: Etwa 800 Schülerinnen und Schüler kommen mit dem Bus – fast alle zur gleichen Zeit. Ich verfolge seit Jahren die Diskussionen mit und war auch bei vielen Gesprächen beteiligt, als es darum ging, die Sicherheit dieser Fahrschüler zu verbessern. Eine gewisse Entspannung hat sich durch den Bau des Busterminals an der Lanzinger Straße ergeben. Befriedigend ist die Situation immer noch nicht, wenn man miterlebt, wie sich Horden von Schülern zwei mal täglich den Weg durch Altmarquartstein zum Landschulheim bahnen. Da wird die Alte Dorfstraße für kurze Zeit zur Fußgängerzone . Die Problemfelder „Menter-Eck“, Überqueren der Alten Dorfstraße vor der Achenbrücke und die Brücke selbst, sind seit langem bekannt. Ebenso beunruhigt mich die Situation an der Burgstraße und die Auffahrt nach Niedernfels. Wiederholt wurde vom Elternbeirat der Achental-Realschule ein Vorstoß in Richtung  noch mehr Sicherheit für unsere Kinder (z. B. Zerbrastreifen zum Überqueren der Pettendorfer Straße) gemacht.

Das kann getan werden: Nochmals und immer wieder alle Betroffenen zusammenholen und gemeinsam versuchen, hier weiterzukommen. Wir dürfen uns mit dem Erreichten nicht zufrieden geben. Die Tatsache, dass erst vor Kurzem eine Schülern von einem Auto angefahren worden ist, sollte uns wieder wachrütteln.

Profil Marquartsteins als Schulort

Es gibt viele Möglichkeiten, die noch ausgeschöpft werden können. Ein erster Vorstoß war der von den Schulen gemeinsam erarbeitete Beitrag zum „Lesedorf“. Das ist aber schon einige Zeit her  - dabei dürfen wir es nicht bewenden lassen. Vorschläge wären z. B. auch andere schulverbindende Aktionen, die von der Gemeinde ausgehen: ein gemeinsamer adventlicher Abend aller Schulen im Prinzregentensaal, ein von der Gemeinde organisiertes Spiele – oder Sportfest für ausgewählte Jahrgangsstufen, ein Fußballspiel TSV gegen Schulauswahl mit gemütlichem Zusammensein („kleines Dorffest“) nach dem Spiel... Wie wäre es mit einem Wettbewerb zur Schulwegsicherheit, an dem sich alle vier Schulen beteiligen können? Möglicherweise sind auch viele Gemeindebürgerinnen und -bürger daran interessiert, von „ihren“ Schulen am Ort mehr zu erfahren, als ab und zu einen Bericht über eine Aktivität im Gemeindeblatt zu lesen. Auch über die Gemeindebücherei können schulverbindende Aktionen stattfinden. Als Beispiel fällt mir spontan der Austausch von Lektürevorschlägen zwischen Klassen verschiedener Schularten oder eine schulartübergreifende gemeinsame Autorenlesung ein. Wie wär´s mit einem Wettbewerb?

„Schulparlament

Ich halte ein von der Gemeinde organisiertes regelmäßiges Treffen zwischen Schulleitungen, Schülervertretungen und Eltern für sehr gewinnbringend. Wichtig ist, dass alle Beteiligten zu Wort kommen können: Es gibt sicher einige Probleme, von denen wir nichts wissen und andererseits Lösungsansätze, die gemeinsam viel besser zu bewältigen sind. Vor einigen Jahren war so ein Treffen im Rathaus – ein guter Anfang. Es ging dabei darum, das leidliche Thema „Achenfeste“ in den Griff zu bekommen. Leider ist es bei dieser einmaligen Zusammenkunft geblieben. Sinnvoll ist es auch, zu diesen Treffen Experten einzuladen. So hat beispielsweise Herr Siegfried Weidacher von der Polizei in Grassau mehrmals mit den Abschlussschülerinnen und – schülern unserer Realschule gesprochen und ihnen die Problematik von unorganisierten Festen im Facebookzeitalter nähergebracht. Gewinnbringender ist es hier, die Beteiligten aller weiterführenden Schulen gemeinsam ins Boot zu holen.

Marquartstein – ein besonderer Schulort: Darauf dürfen wir stolz sein, wir müssen aber auch was dafür tun.

Packen wir es an!

Christian Thoma