BfM

 

"Starke Demokratie ist durch eine Politik der Bürgerbeteiligung definiert"

                              (Benjamin Barber)

Energie und Umwelt

Umweltschutz betrifft alle Bürger, aber auch die Gemeinde! Einerseits spielt er etwa bei Bau- und Infrastrukturmaßnahmen eine Rolle, wenn gesetzliche Vorgaben erfüllt werden müssen (z.B. Ausweisung von Ausgleichsflächen), andererseits hat die Gemeinde hier einen großen Gestaltungsspielraum: Wie werden kommunale Flächen gepflegt? Wie wird in gemeindlichen Gebäuden und Einrichtungen mit Energie umgegangen? Wie steht es um deren baulichen Zustand? Diese Fragen kann sich auch jeder Bürger stellen und in seinem Haushalt Möglichkeiten finden, Energieverbrauch und Kosten zu reduzieren, und das sogar ohne einen wesentlichen Komfortverlust.      

 

Umweltschutz und Landwirtschaft

Der Interessenausgleich zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz ist in der bei uns noch kleinstrukturierten grünlandorientierten Landwirtschaft leichter möglich als anderswo. Große zusammenhängende Ackerflächen sind bei uns selten, es dominieren kleine Flächen, die unterschiedlich bewirtschaftet werden. Die Vielfalt ist immer ein Vorteil für Flora und Fauna, vor allem Insekten sind darauf angewiesen. Gemeinde und Bürger können bei Pflanzungen immer etwas Gutes tun, wenn Sorten ausgewählt werden, die z.B. im Frühjahr Pollen oder auch im Spätsommer noch Nektar für Insekten liefern. (Infos unter: http://www.bluehende-landschaft.de). Die gezielte Anlage von Blühwiesen auf Brachflächen oder der Einsatz von insektenfreundlicher Gründüngung sieht nicht nur schön aus, sondern erfreut das Auge und fördert die Bodenqualität!

 

Umweltbildung

Beim Kinderferienprogramm (Besuch beim Imker) freue ich mich jedes Mal darüber, wie begeistert Kinder Naturthemen aufnehmen. Das stärkt ihr Gefühl für den Wert unserer Natur und vermittelt ihnen, wie ein verträgliches miteinander zwischen Mensch, Tier und Umwelt aussehen kann. Im Imkerverein arbeite ich aktiv an der Gewinnung und Ausbildung von Neuimkern mit, um durch eine starke Imkerschaft die Vielfalt der Pflanzen- und somit auch der Tierwelt zu erhalten.

 

Energie

Als Ingenieur sehe ich immer wieder das große Energieeinsparungspotential in Wirtschaft, Gewerbe, Kommunen und Privathaushalten. Ein  Umweltpolitisches Ziel der Gemeinde muss die intelligente Unterstützung aller Beteiligten beim Energiesparen sein, um so einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Auf lange Sicht muss auch die Energieerzeugung regionalisiert und die Energieträger müssen auf nachwachsende Rohstoffe umgestellt werden. Marquartstein ist eine flächenmäßig kleine Gemeinde und somit sind die Möglichkeiten des Ausbaues von regenerativer Energieerzeugung wie z.B. aus Wasserkraft begrenzt. Großes Potential ist noch bei Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Photovoltaik und thermischen Solaranlagen zur Brauchwassererzeug und Heizungsunterstützung vorhanden. Es sollte uns zu denken geben, was im Schlussbericht der Untersuchung „Energiekonzept Achental“ festgestellt wird: „Marquartstein gehört zu den Achentalgemeinden mit dem höchsten Heizölanteil zur Deckung des Wärmebedarfs. 33.471 MWh stellen hier 90,8 % des Wärmebedarfs dar.“ Anders ausgedrückt: In Marquartstein gehen jedes Jahr ca. 2,6 Millionen Euro in (Heizöl)-Rauch auf! Mit der wünschenswerten Umstellung von Heizsystemen auf regenerative Energieträger wie Scheitholz oder Pellets kann diese Wertschöpfung in der Region bleiben und es können neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Biomassehof Achental in Grassau mit ca. 10 Mitarbeitern ist ein gutes Beispiel dafür!

Der Bürger könnte von der Gemeinde bei der Planung von Maßnahmen, die der Energieeinsparung dienen, durch die Förderung von Energieberatungsleistungen unterstützt werden. So kann z.B. bei einer baulichen Sanierung im Vorfeld untersucht werden, welche Maßnahme die höchste Energieeinsparung in Bezug auf die Kosten bringen kann.