BfM

 

"Starke Demokratie ist durch eine Politik der Bürgerbeteiligung definiert"

                              (Benjamin Barber)

Landwirtschaft

 

Die Zukunftsaussichten für unsere bäuerliche Landwirtschaft sind nicht die besten. Der Trend zu Großbetrieben mit Massentierhaltung und industrieller Produktion von Lebensmitteln macht es den Klein- und Mittelstandsbetrieben in unserer Region schwer, zu überleben.

Diese Betriebe sind aber ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft. Sie haben bisher und werden auch in Zukunft großen Einfluss darauf haben, wie unsere Kulturlandschaft  aussieht. Sie werden, wenn wir es auch zu meist vergessen haben, auch zu unserer Ernährung beitragen.

Großbetriebe sind fast durchwegs kostengetrieben. D.h. wenn sich die wirtschaftlichen Gegebenheiten ändern, ist der Betrieb sofort in Frage gestellt. Dort zählt alleine die Wirtschaftlichkeit. Eine Tradition oder eine Verbundenheit zum Land und zu den Leuten gibt es nicht.

Wenn man den neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen Glauben schenken darf, werden beinahe 50 % der erzeugten globalen Treibhausgase durch die weltweite Fleischproduktion erzeugt. Eingerechnet werden dabei auch die Rohdung der Urwälder zur Futtermittelerzeugung, Kunstdüngerproduktion sowie Verarbeitung und Transport. Eine Entwicklung, die wir aufhalten müssen!

Was können Gemeinderäte und Bürgermeister tun?

Wir müssen die Regionalität fördern.

D.h. den landwirtschaftlichen Klein- und Mittelstandsbetrieben muss eine Überlebensgrundlage erhalten bleiben. Durch die Förderung von Märkten und Läden mit regionaler Vermarktung kann ein wirtschaftlicher Vorteil entstehen.

Wir müssen zusätzliche Einkommensmöglichkeiten fördern.

Mit einer stärkeren Einbindung in den Tourismus könnte für einige Betriebe das bereits früher sehr wichtige 2. Standbein wieder mehr aktiviert werden. Mit einer verstärkten Vergabe von kommunalen Aufgaben an die oft sehr schlagkräftigen bäuerlichen Betriebe wäre ein Zusatzeinkommen für sie zu sichern. Mit dem Anbau von Gemüse, Kräutern und Obst und deren regionale Vermarktung könnte in Zukunft zusätzliches Einkommen generiert werden.

Wir müssen mehr Aufklärung betreiben

Durch mehr Aufklärung und Information würde sich das Bewusstsein für regionale Erzeugung und regionale Produkte schärfen und damit auch das Kaufverhalten der Bürger verändern. Die Qualität unserer heimischen Produkte wird von einem Großteil der Verbraucher nicht genügend geschätzt.

Fazit:
Wir als Bürger im Chiemgau sind uns nicht immer bewusst welches Glück uns wiederfahren ist, hier leben zu dürfen. Neue Medien beeinflussen unsere Gedanken und Wünsche zusehend.

Lasst uns den Gedanken einer großen Gemeinschaft leben, bei dem wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge unseres Lebens konzentrieren. Dabei ist die Landwirtschaft nach wie vor ein entscheidender Faktor.

Klaus Hell